
Was erwartet mich in den ersten Tagen der Grundausbildung?
Neue Umgebung, neue Leute, neue Aufgaben, neue Herausforderungen. Der Artikel soll zukünftigen Soldaten der Bundeswehr einen Einblick in den Ablauf der ersten Tage der Allgemeinen Grundausbildung geben.
Neue Umgebung, neue Leute, neue Aufgaben, neue Herausforderungen. Der Artikel soll zukünftigen Soldaten der Bundeswehr einen Einblick in den Ablauf der ersten Tage der Allgemeinen Grundausbildung geben.
| Der erste Tag beginnt eigentlich schon mit dem morgendlichen Aufstehen. Die Tasche ist bereits mit allem nötigen gepackt, der Bahn-Gutschein wurde bereits vor einigen Tagen gegen ein Ticket eingetauscht und sobald man die nötigen Unterlagen (siehe hierzu auch: »Der Dienstantritt) eingesteckt hat, geht es los. Ist der zukünftige Soldat am Bahnhof angekommen, muss er erst einmal zu seinem Standort kommen. Dies erfolgt entweder selbst mit den Bus oder dem Taxi oder mit am Bahnhof bereitgestellten Fahrzeugen der Bundeswehr. Diesen „Service“ gibt es nicht überall, deshalb ist es sinnvoll, sich vorher über das Internet, etwa über entsprechende Busverbindungen zu informieren. In der Kaserne angekommen, meldet man sich am Eingang der Kaserne bei der Wache. Die Soldaten werden den Einberufungsbescheid sowie den Personalausweis kontrollieren und den frischen Rekrut dann zu seiner Einheit weiterschicken. Dort angekommen, steht zunächst mal eine Menge Papierkram an. Abermals werden die Papiere überprüft, Formulare ausgefüllt, Fragebögen beantwortet, Lebenslauf geschrieben. Anschließend erhält der Soldat u.U. schon die ersten Teile seiner Ausrüstung sowie Bettzeug. Damit geht es auf die zugewiesene Stube, auf der meist zwischen zwei und acht Soldaten untergebracht werden. Dort warten entweder bereits andere Kameraden, oder man ist der Erste und hat somit noch freie Wahl, was Spind und Bett angeht. In manchen Einheiten werden die neuen Soldaten auch schon mit dem blauen Bundeswehr-Sportanzug eingekleidet. Dann steht auch schon die erste tatsächliche Herausforderung an: das Beziehen des Betts. Was zunächst einfach erscheint, stellt sich jedoch meist als schwieriger als erwartet heraus. Es wird auf akkurate Kanten und Falttechnik geachtet, Musterbetten oder Ausbilder stehen mit Tipps zur Seite. Mittlerweile ist es Nachmittag geworden, die erste Einnahme der hervorragenden Truppenverpflegung steht an. Anschließend werden, bis dann auch die letzten neuen Kameraden eingetroffen sind, bereits erste Basics des Soldatendaseins geübt, meist Grundlagen des Formaldienstes, Dienstgrade, Meldungen. Am Abend stehen dann einige Begrüßungen an. Kommandeur, Kompaniechef, Zug- und Gruppenführer – viele neue Namen und Gesichter. Nach einer Einweisung in die wichtigsten Punkte, einigen Erklärungen und der Beantwortung erster, schüchterner Fragen, neigt sich der erste Tag bei der Bundeswehr dem Ende zu – Zapfenstreich. Zweiter Tag, 5.00 Uhr – Wecken. Die erste Nacht in der Kaserne ist überstanden. Jetzt muss es schnell gehen. Waschen, Rasieren (!), Anziehen und los geht es zum Frühstück. Der zweite Tag ist geprägt von ärztlichen Untersuchungen. Der Ablauf unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von dem bei der Musterung (siehe hierzu auch: »Die Musterung - Grund und Verfahrensweise). Seh- und Hörtests, Urinprobe, Puls, Blutdruck, zahnärztliche Untersuchung und ein Gespräch mit dem Truppenarzt. Da das gesamte Verfahren Stunden in Anspruch nimmt (manchmal auch mehrere Tage), werden parallel wieder Formaldienst, Dienstgradabzeichen oder sonst etwas geübt. Am Abend stehen dann meist schon die ersten Unterrichte an. Dann heißt es auch schon wieder Schlafenszeit. Die nächsten zwei Tage finden meist weitere Unterrichte statt, es wird natürlich weiter Formaldienst usw. gelernt. Dann ist es soweit, es geht zur LHBw. Hier erhält jeder Soldat zu Beginn seiner militärischen Laufbahn seine Bekleidung und Ausrüstung. Stiefel, Feldanzüge, Schlafsack, Unterwäsche, und, und, und. Über 100 Teile und 40 kg pro Soldat reicher bepackt, geht es zurück in die Kaserne. Die nächsten Stunden wird der Rekrut damit beschäftigt sein, einen adäquaten Spindbau herzurichten, also sein gesamtes Material den Vorgaben entsprechend exakt in seinen Spind zu räumen. In den folgenden Tagen stehen weitere Unterrichte auf dem Programm. Außerdem geht es los mit Sport und den ersten praktischen Ausbildungen an Waffen und Gerät. Es kann durchaus sein, dass dies sich auch über das Wochenende erstreckt, je nachdem, wie der Kompaniechef den Dienstplan befiehlt. Dann ist die erste Woche geschafft. Die folgenden knapp drei Monate wird der Rekrut viel Neues und Spannendes lernen, viel erleben, oft fluchen, aber auch Spaß haben. Natürlich muss man sich erst, gerade in den ersten Tagen, an die neue Situation gewöhnen. Man hat einen straffen Tagesablauf, manchmal harte und fordernde Ausbildungen und viele neue Menschen, mit denen man u.U. auf engstem Raum zusammen lebt. Wenn es dann aber geschafft ist, kann der Soldat auf eine ereignisreiche und spannende Grundausbildung und häufig sogar auf neu entstandene Freundschaften zurückblicken. Der beschriebene Ablauf gilt natürlich nur schematisch. Die tatsächliche Gestaltung variiert natürlich von Einheit zu Einheit. |




